erstellt von Hans-Jürgen Gibis

16.04.2019
Biolandbau in Anger überzeugt

Anger. In Zeiten des Höfesterbens einen neuen landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen - von diesem ungewöhnlichen Weg berichtete die Familie Ziegaus beim Bürgergespräch der Freien Wählergemeinschaft Laaber im Ortsteil Anger. Dort hatten sich die Erben entschieden, den bereits stillgelegten Hof der Eltern wiederzubeleben.

Gerne verbindet die FWG ihre Bürgergespräche mit Besichtigungen im Ortsteil. Heidi Ziegaus stellte den rund 20 Gästen ihren Bioland-Hof bereitwillig vor. Im Hofladen können 24 Stunden am Tag frische Eier von freilaufenden Hühner, Nudeln aus selbst produzierten Zutaten und Honig erworben werden. Sie berichtete von den Schwierigkeiten, als Neu-Landwirt einen neuen Hof zu gründen, da viele Behörden auf diese Situation nicht eingerichtet waren.

Mit Begeisterung berichtete Heidi Ziegaus von der Entscheidung, die bereits verpachteten Felder doch selbst zu bewirtschaften und sich für eine Nebenerwerbslandwirtschaft fortzubilden. Schnell entschied sich die Familie für den Biolandbau und damit man nicht nur Getreide anbaut, wurden Legehühner angeschafft. Mittlerweile leben etwa 750 Hühner in drei mobilen Ställen und sorgen so für eine gleichmäßige Produktion von Eiern.

Besichtigt wurde auch die im Privatbesitz befindliche Kapelle in Anger - seit Jahrzehnten ein Zankapfel im Ort. Überrascht waren die FWG-Markträte Eva Kuttenberger und Peter Scholz, dass bei der Gemeinde ein Sanierungskonzept eingereicht wurde, um Mittel vom Land für ländliche Entwicklung zu erhalten. Dieses Konzept wurde dem Marktrat bisher nicht vorgelegt.

Im Schützenheim ging es in gemütlicher Runde weiter. Kein Verständnis zeigten die Angerer und Rieder Bürger für die Weigerung von Landkreis und Polizei, an der Einmündung in die Ortsumgehung die Geschwindigkeit zu begrenzen. In jüngster Zeit seien dort trotz der angeblich guten Einsehbarkeit drei schwere Unfälle passiert. Vor allem, weil abbiegende Fahrzeuge widerrechtlich überholt würden, käme es ständig zu gefährlichen Situationen.

Weiter wurde ein Radweg von Ried zumindest bis zum Edeka in Kronbügl gefordert. Auch ein Anschluss an den Radweg in Brunn wäre demnach wünschenswert. Verwundert war man, dass offenbar niemand die Qualität von Baumaßnahmen überprüfe. Bei den Straßenbauarbeiten nach dem Kanalbau seien bereits nach einem Jahr die ersten Schäden aufgetreten, die aber offenbar nicht reklamiert worden seien. Jetzt - nach acht Jahren - seien deutliche Risse in der Straße.

Sehr erregt wurde auch die Parkplatzsituation in Laaber diskutiert. Offenbar haben die Bürger weniger Probleme mit Straßzetteln für Falschparker und Raser als im Marktrat vermutet wird. Dass mit dem Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit auch in Laaber mehr Ordnung einziehen soll, wurde einhellig begrüßt. Abschließend wurde noch eine Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Peter Scholz eingefordert.