Hier soll ein neues Gebäude für zwei weitere Kindergartengruppen entstehen.

05.03.2020
Kindergarten wird erweitert

Der Standort an der Jakobstraße erscheint uns Freien Wählern nicht unbedingt geeignet für zwei weitere Kinderbetreuungsgruppen. Hauptgrund dafür ist die ungünstige Verkehrserschließung. Dennoch haben unsere Markträte der bereits komplett ausgearbeiteten Planung zugestimmt, da wir die Nöte der Eltern ernst nehmen und diese Lösung leider die einzige erscheint, die kurzfristig umgesetzt werden kann. Eine Ablehnung hätte das Projekt noch weiter verzögert und damit die Eltern wohl noch mehr beunruhigt.

Der fade Beigeschmack entsteht vor allem durch die Informationspolitik des Bürgermeisters. In der Bauausschusssitzung legte Bürgermeister Hans Schmid eine fertige Entwurfsplanung des Projektes vor, an dessen Entstehung zumindest die Nicht-CSU-Markträte nicht beteiligt wurden. Vor zwei Wochen meinte Schmid auf Nachfrage von Maria Scharfenberg, dass mehrere Möglichkeiten geprüft würden. Aber zu diesem Zeitpunkt muss offensichtlich das Planungsbüro bereits mit den Planungen an der Jakobsstraße beauftragt worden sein. Der Bürgermeister hielt es offenbar nicht für notwendig, dies seinen Markträten mitzuteilen.

Leider musste die Entscheidung sehr kurzfristig fallen. Nachdem die Planungen für die Erweiterung bereits seit längerem laufen mussten, ist es auch nicht verständlich, warum in der Tagesordnung der Bauausschusssitzung der Punkt Kindergarten gar nicht auftaucht. Sicherlich hätte auch viele Eltern dieser Punkt interessiert. Die Sitzung ist offenbar ja hauptsächlich wegen dieser Entscheidung einberufen worden.

Laut Bürgermeister Schmid hätten sich die Alternativen zum Standort Jakobstraße alle zerschlagen. In Facebook meinte zwar die SPD, sie hätten noch viele Alternativvorschläge im Köcher, aber warum haben sie diese nicht vor einem halben Jahr präsentiert, als man diese noch umsetzen hätte können? Die Frage steht ohnehin im Raum, warum die Suche nach einer Lösung für das Betreuungsproblem nicht schon viel früher begonnen hat. Die Informationspolitik des Bürgermeister grenzt mindestens die Nicht-CSU-Markträte aus. Die Problematik der fehlenden Betreuungsplätze muss ja schon viel länger bekannt gewesen sein als seit letzten September, als man den Bedarf für vier weitere Betreuungsgruppen anerkannt hat. Eine halbes Jahr hat sich der Bürgermeister bedeckt gehalten, welche Möglichkeiten zur Umsetzung realistisch sind. Die letzte Entscheidung hat einmal mehr gezeigt, dass der Bürgermeister sich nicht gerne in die Karten schauen lässt.

Letztlich hoffen wir, dass den Eltern kleiner Kinder im nächsten Jahr ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Dafür nehmen wir auch den in unseren Augen nicht optimalen Standort in Kauf.