Das Feuerwehrhaus in Endorf. Aufn.: Hans-Jürgen Gibis

09.08.2020
Neue Feuerwehrhäuser für Endorf und Schaggenhofen

Laaber. Mit einem sehr umfangreichen Programm durfte sich der Umwelt- und Bauausschuss in der Sommersitzung beschäftigen. Über drei Stunden Ortsbesichtigung und anschließend noch fast drei Stunden Besprechung im Sitzungssaal arteten in eine fast sechsstündige Marathonsitzung aus. Im Mittelpunkt standen zunächst die Feuerwehren in Endorf und Schaggenhofen, die in den nächsten Jahren nicht nur neue Feuerwehrautos, sondern auch neue Feuerwehrhäuser benötigen.

Erste Station war daher das Feuerwehrhaus Endorf, wo der Ausschuss bereits von einer größeren Delegation von Feuerwehrmitgliedern erwartet wurde. Dabei erläuterte Kommandant Sebastian Wagner, dass das 31 Jahre alte Fahrzeug nicht mehr einsatzbereit sei, da sich zahlreiche Mängel summierten. Das Feuerwehrhaus sei nicht nur viel zu klein, es gäbe außerdem keine Toillette oder Sanitärräume, keine Umkleiden und auch keine Heizung. Der Feuerwehrverein hat sich insofern beholfen, als man sich aus Eigenmitteln einen Mannschaftswagen besorgt habe. Dieser sei bereits 18 mal im Einsatz gewesen.

In Endorf kommt allerdings dazu, dass auch der Sportverein nach einer neuen Bleibe sucht, da die Umkleiden im Garten des Gasthauses Haller eigentlich nicht zumutbar seien. Man denkt daher bereits seit längerer Zeit über ein gemeinsames Vereinshaus nach, das Feuerwehr, Sportlern und eventuell auch den Schützen Heimat geben soll. Wie so oft liegt das Problem aber eher im Standort. Markträtin Steffi Goss regte daher an, das Problem im Rahmen einer Bürgerversammlung gemeinsam mit den Vereinsvorständen zu beraten. Bürgermeister Hans Schmid bestätigte abschließend die Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung des Feuerwehrautos und der Standortsuche für ein neues Feuerwehrhaus.

Ähnliches bekamen die Mitglieder des Ausschusses in Schaggenhofen zu hören. Dort ist das Fahrzeug allerdings „erst“ 26 Jahre alt, wie Kommandant Holger Scherübl erläuterte. Daher will die Wehr sich zunächst um ein neues Feuerwehrhaus kümmern und anschließend die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges angehen. Das alte Haus ist ebenfalls für die jetzt erhältlichen Fahrzeuge zu klein und entspricht auch in keinster Weise den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften. Außerdem fehlt auch hier eine Heizung.

Mit einer beeindruckenden Präsentation stellte Scherübl die Vorüberlegungen seiner Wehr vor. So erläuterte er, dass der bisherige Standort in Schaggenhofen ganz am Rand des Einsatzgebietes liege. Daher wünsche man sich für den Neubau einen zentraleren Standort. Immerhin werde etwa ein Drittel der Bevölkerung des Marktes von der FF Schaggenhofen betreut. Zum Einsatzgebiet gehören nämlich auch Edlhausen, Polzhausen und vor allem Waldetzenberg.

Ein weiterer Punkt bei den Ortsbesichtigungen waren die Verlegung einer Bushaltestelle in Ried. Die bisherige Bushaltestelle befindet sich auf Privatgrund, den die Eigentümer nun selbst nutzen wollen. Neuer Standort ist an der Kieferstraße auf Gemeindegrund. Bei Spielplatz in Hinterzhof wird ein neues Klettergerüst notwendig, da das alte nicht mehr sicher ist. Dem Antrag eines Anwohners, beim Spielplatz eine Spielstraße einzurichten, wollte der Bauausschuss nicht entsprechen. Schließlich liege der Spielplatz in einer Zone 30 und an einer Sackgasse, so dass im Grunde nur die Anwohner die Straße nutzen.

In Waldetzenberg hat der Landkreis einen von Bürgern gewünschten Fahrradweg von der B8 bis zur ersten Einfahrt nach Waldetzenberg ins Gespräch gebracht. Der Weg könnte auf Staatsgrund entstehen. Allerdings haben mehrere Anwohner auf diesem Grund Hecken als Lärmschutz gepflanzt und sind nun empört, wenn dort ein Fahrradweg entstehen soll. Die Kosten würden etwa 200.000 € betragen, die Hälfte davon müssten sich der Landkreis und die Gemeinden Deuerling und Laaber teilen. Die Durchführung der Maßnahme stünde bereits 2021 an.

Der Laaberer Friedhof soll durch Gestaltungsideen von Künstlern aufgewertet werden. Bürgermeister Schmid erzählte von einer Ortsbegehung mit den Künstlern. Diese hätte zum Beispiel eine Abgrenzung mit Steinblöcken vorgeschlagen. Marktrat Hans-Jürgen Gibis regte an, dabei auch Sitzgelegenheiten zu schaffen, die im Bereich des Friedhofes dünn gesät seien.

Nicht vergessen wurde der Wunsch der Anwohner der Schernrieder Straße nach einer Verkehrberuhigung. Schmid schlug hier vor, bei der Abzweigung Richtung Schernried einen Kreisverkehr zu schaffen, der ähnlich wie der Kreisverkehr am Ortseingang von Hemau von großen Fahrzeugen überfahren werden könne. Marktrat Hans Gleixner war nicht begeistert. Er gehe davon aus, dass eine solche Straßenführung von den Verkehrsteilnehmern nicht angenommen werde. Daher will er eine Alternativplanung erarbeiten, die eine deutliche Einengung des Kreuzungsbereiches vorsehen werde.

Im Sitzungssaal wurde der Ausschuss bereits von einem Vertreter des Zweckverbandes für die Verkehrsüberwachung erwartet. Dieser berichtete davon, dass in Zukunft auch der ruhende Verkehr im Bereich des Marktplatzes überwacht werde. Die dafür notwendige Vorbegehung gemeinsam mit der Polizei habe bereits stattgefunden.

In Endlfeld soll der Flächennutzungsplan dahingehend geändert werden, dass das Dorfgebiet auch als solches dargestellt wird. Damit würden Baugenehmigungen für kleinere Baumaßnahmen einfacher. Für die Einrichtung eines Bürgerbusses gewährt der Freistaat derzeit Zuschüsse. Allerdings muss der Zuschussantrag bis 30. September gestellt werden. Die Anschaffung eines Kleinbusses werde mit bis zu 20.000 € gefördert. Fahren sollen den Bus ehrenamtliche Helfer, die allerdings einen Personenbeförderungsschein erwerben müssen. Für den Bürgerbus müsse ein Linienverkehr eingerichtet werden. Im Ausschuss war man sich einig, dass man den Förderantrag stellen wolle. Allerdings müsse man erst noch ein Konzept für den Einsatz des Bürgerbusses erstellen und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anstellen.